Ico Parisi – Architekt und Designer des italienischen Rationalismus
Ico Parisi (1916–1996)
Ico Parisi ist eine der vielseitigsten und raffiniertesten Persönlichkeiten des italienischen Designs und der Architektur des 20. Jahrhunderts. Geboren 1916 in Palermo und aufgewachsen in Como – einer Stadt, die zum Zentrum seiner kreativen Tätigkeit werden sollte – entwickelte Parisi schon in jungen Jahren eine strenge Formensprache, beeinflusst vom europäischen Rationalismus und den Lehren der Meister der Moderne.
Ausbildung und Einflüsse
Parisi wurde im kulturellen Umfeld von Como ausgebildet, einer Stadt, die in den 1930er und 1940er Jahren dank der Präsenz von Persönlichkeiten wie Giuseppe Terragni ein lebendiges Labor des italienischen Rationalismus war. Dieses Erbe spiegelt sich in seinem Designansatz wider: essentielle Geometrie, strenge Funktionalität, Aufmerksamkeit für die Materialqualität – Werte, die er mit Zeitgenossen wie Osvaldo Borsani und Umberto Mascagni teilte, Protagonisten desselben historischen Moments des italienischen Designs.
Die Zusammenarbeit mit Luisa Parisi und MiM
In den 1950er Jahren begann Ico Parisi eine fruchtbare Zusammenarbeit mit seiner Frau Luisa Parisi und mit MiM (Mobili Italiani Moderni), einer römischen Manufaktur, die einige der bedeutendsten Stücke des italienischen Designs des Jahrzehnts produzierte. In diesem Kontext entstanden zwei grundlegende Werke:
- Modulares Wandsystem „Urio“ (1957) – modulares Teakholzregal, ein meisterhaftes Beispiel für funktionale Flexibilität und kompositorische Strenge
- Cheftisch „Tolomeo“ (1958, mit Ennio Fazioli) – Konferenztisch aus Teakholz mit Stahlfüßen, ein Emblem des italienischen Managerdesigns des Wirtschaftswunders
Der Stil
Parisis Stücke zeichnen sich durch klare Linien, die geschickte Verwendung von Teakholz – einem edlen und warmen Holz – und ein Konzept des Wohnraums als organisches und kohärentes System aus. Sein Ansatz nahm die Kultur des modularen und flexiblen Designs Jahrzehnte vorweg.
Das Erbe
Ico Parisi erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und ist in den Sammlungen von Designmuseen weltweit vertreten. Seine MiM-Stücke gehören heute zu den gefragtesten unter Sammlern italienischen Designs der 50er Jahre, geschätzt für ihre Seltenheit und Verarbeitungsqualität.